…und dann kam das surfen

//…und dann kam das surfen

…und dann kam das surfen

Ein kleiner Blogpost aus der Ferne. Ein Blogpost aus Lombok, Indonesien. Vor ein paar Tagen sind wir hier angekommen,  warum hier? Ueberraschenderweise nicht wegen Yoga, nicht wegen Osteopathie sondern wirklich wegen Urlaub, Surfurlaub. Ich surfe seitdem ich vor ein paar Jahren auf meine Reise um die Welt aufgebrochen bin, doch schon lange davor hat mich dieser Sport magisch angezogen.
Auf dem Wasser und in der Natur zu sein, Konzentration und Aufmerksamkeit, koerperliche Kraft & Kontrolle,  um mit einer der schoensten Naturerscheinungen zu spielen die es gibt, der WELLE, einfach faszinierend. Nicht umsonst ist mein Logo die Welle, denn nicht nur schoen und absolut einzigartig sondern auch ein Lehrmeister der seines gleichen sucht.
Wie viele von euch wissen die selber schon mal in Bali oder Indonesien waren, die Gegend ist ein kleines Surfmekka.  Also sind wir wieder hier, schon all ein ankommen und der Duft der einem entgegenstroemt was einzigartiges.
Und nach all den Stunden in Auto, im Flieger und am Flughafen waren wir dann also da, dort an dem Strand mit dem Surfbrett unterm Arm, der  Blick Richtung Meer. Unterschiedliche Gefuehle kommen hoch, Vorfreude, Aufregung und Angst.
Angst? Ja genau Angst, denn surfen ist auch etwas unberechenbares, man kann den Wellen stundenlang zusehen, ein endloser Rhythmus. So weit man sehen kann sieht man die feinen Linien der Wellen wie sie Richtung Land wandern. Irgendwo weit draussen in der tiefen See durch Stuerme entstanden, rollen sie so lange bis sie auf Wiederstand treffen, Land und Riff.  Und genau dort, wo das Wasser nirgends anders hin kann als sich weiter und weiter aufzubauen, bis es sich dann in Form einer Welle ueberschlaegt, dort sitzen wir und wollen auf dieser Welle entlang reiten. Wenn wir uns auf dem Land in unserer gewohnten Umgebung aufhalten, fuehlen wir uns gross und stark. Wir als Menschen haben so viel erreicht, soviel erschaffen und erobert, fuers Wasser, brauchen wir immer noch Hilfsmittel, wir  sind keine Wassermenschen und dort auf einem wackligen Surfbrett, dort sitzen wir und verfolgen jede Bewegung des Wassers, ob die Wellen groesser oder kleiner werden, ob sie ihre Richtung aendern, jede kleinste Veraenderung.
Ihr denkt, warum hat sie davor Angst? Keine Sorge, habe ich nicht.  Im Gegenteil, das sind die Momente die ich liebe. Egal wie viele Surfer um einen herum sind, und das koennen an beliebten Spots schon mal um die 40 sein, es ist meistens ruhig. Kein Ort des Redens, denn keiner verliert die Welle aus seinen Augen, will reagieren wenn sich was aendert. An diesem Ort herrscht Ruhe, es ist friedvoll, man ist ganz fuer sich und ist eine Meditation mit dem Element Wasser. Wann sonst nehmen wir uns soviel Zeit fuer etwas das staendig in der Natur ablaeuft? Wasser so ein spannendes Element, fliessend, erfrischend,nachgiebig wenn man reinspringt, passt sich allem an, keine Ecken und Kanten und doch so eine unendliche Kraft, die sich zu wandeln weiss. Selbst ein kleines Rinnsal sucht sicht unnachgiebig seinen Weg. Springen wir aus einer grossen Hoehe hinein, aufeinmal nicht mehr so nachgiebig, atemraubend gehen wir einmal unter, zerstoererisch ist es von Sturm oder Erdbeben aufgewuehlt, oder kommt eine Flut uebers Land.
Und da ist sie diese Angst, denn all das spuert man sehr wohl auf diesem Surfbrett im Meer. Soviel Wasser unter einem, in der sich, wenn man einmal die Augen oeffnet sich uns eine eigene Welt auftut. Wir duerfen zum Besucher werden, es wird aber niemals zu unserem Lebensraum werden.
Und genau diese Kraft, laesst mich manchmal vor Erfurcht erzittern, wie wir versuchen es mit ihr aufzunehmen, so kann ich nicht sagen das es Angst ist die ich spuere, aondern viel mehr Demut und Respekt wenn sich manchmal eine Welle vor mir auftut.
Denn sitzt man 5 m weiter rechts oder links, kann einem diese Welle nichts anhaben, bricht sie dort nicht. Sitzt man jedoch genau an ihrem Brechpunkt, dann paddelt man entweder ganz schnell dafuer und kriegt sie, oder man ist mit dieser Masse an Wasser das vor einem bricht allein gelassen.
Nicht nur einmal habe ich mir im Wasser schon gedacht, gerade in solchen Momenten wenn die Welle bricht „wie bin ich nur hierhergekommen“, denn auf einmal packt sie einen wie eine Feder, schleudert einen hin und her, man weiss nicht mehr wo oben und unten ist und ist einfach machtlos.
Und vielleicht ist das auch der Grund, der micht nicht loslaesst. Aufgabe und Hingabe an etwas das ist, in diesem Moment unter Wasser nicht zu kaempfen sondern warten und dann wieder aufzutauchen.
Der Sport der mich aus meiner Komfortzone holt auf den Boden der Tatsachen ankommen laesst und mich mit mir konfrontiert, koerperlich wie mental.  Ein Sport bei dem das pure Gluecksgefuehl ganz nah neben Demut & Respekt liegt.
Schoenheit und Kraft alles liegt in einer Welle. Dort sitzen zu duerfen und so in der Natur zu sein, mit ihr zu sein. Zusehen zu duerfen als gaebe es nichts wichtigeres. Eine Welle zu sehen und sich zu fragen wird sie mich mitnehmen und mich reiten lassen und mich Teil ihrer Kraft werden lassen.
Jetzt gibt es in jeder meiner Surfsessions nur ein paar dieser Momente, viele Dinge muessen zusammen kommen dass es diese Momente gibt.
Und jedes Mal wenn man gerade denkt „ich hoere auf, bzw das wars, dann kriegt man wieder eine und anstatt aus dem Wasser zu gehen paddelt man wieder zurueck…. Der Wunsch diesen Moment wieder und wieder zu erleben macht suechtig.
Sich wieder davon zu loesen, die groesste Lektion ueberhaupt. Denn auf einmal loest sich die Welle wieder auf, eine Kraft die eben noch da war, einfach weg.
Eine wunderbare Lektion fuers Leben wie ich finde. Etwas das man auch beim Thema Meditation wiederfindet. Nimm dir z.B. eine Technik, Yogapraxis, Meditationstechnik, Atemuebung oder etwas das du gerne tust, um dich aus dem weltlichen Teil dieser Uebung zu entfernen musst du all das gelernte wieder loslassen koennen auch ohne dieses Medium zu diesem Zustand kommen zu koennen, das grosse Ziel.
Und so surfe ich weiter, lerne und freue mich Teil der Welle zu sein ob auf ihr oder nur beim Versuch dabei und hoffe das es die naechste ist die mich wieder traegt.
PS da ich trotzdem weiterhin auch noch Yogi Simone bin anstatt nur Surfer Simone, findet ihr nachfolgend eine kleine Ueberraschung, einen Link der euch zu einer Onlineyogastunde mit mir bringt und mit der ihr auch aus der Ferne mit mir Yoga ueben koennt!
Lasst mich wissen wie es euch gefaellt!
https://drive.google.com/open?id=1rwV6Ql_qOzE7HLJinDRGrIznacfz4wLp
Namaste, ihr lieben, wuensche euch eine gute Zeit,
bis bald
Eure Simone
By | 2020-02-19T10:49:21+00:00 Februar 18th, 2020|Allgemein|1 Comment

One Comment

  1. Tanja Kuchenreuther 20. Februar 2020 at 9:08 - Reply

    Toll Simone!! Eine großartige Überraschung.
    Das Video war natürlich super…wie zu erwarten.

    Lass es dir weiterhin gut gehen und genieße deinen Urlaub!

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