Yoga sutras II, 16

//Yoga sutras II, 16

Yoga sutras II, 16

So heute liefere ich meine „Hausaufgabe“ ab, ich hab gestern an einer Online Yogastunde teilgenommen, gehalten von einem Lehrer der mich, von all den Yogalehrern mit denen ich in den letzten Jahren ueben durfte, wahrscheinlich am meisten beeindruckt hat.  Ich freue mich wahnsinnig das ich durch das Onlineangebot seines Studios in der jetztigen Zeit wieder mit ihm ueben darf.

Eine Hausaufgabe nach dem Yoga? Nur nach einer Stunde mit Petros Haffenrichter! Aber so ist das bei ihm, in seinen Stunden ist nicht alles einfach und das ist ein Zitat das noch immer nachklingt,  „…. niemand hat gesagt das Yoga einfach waere“, so wahr! In seinen Stunden wird nicht alles in Watte gepackt und Dinge die vielleicht nicht in unsere westliche Yogawelt passen nicht an den Rand gekehrt (wie z.B. Vegetarismus etc), seine Stunden fordern mich, immer aufs neue, sie sind Spiegel und Anstoss, Erinnerung & Impuls, den Yoga zu verfolgen, zu vertiefen in aller seiner Vielfalt und Tradition. Nicht zu vergessen die Intensitaet seiner Stimme und Chants.

Und das ist genau das warum ich nach 1 offenen Stunde im Engelstudio in Muenchen wusste, ich muss mehr lernen, mehr ueben, mehr hoeren. So habe ich im Oktober 2019 an einer 10 taegigen Emersion teilgenommen, denn  ich habe lange Zeit etwas in Yogastunden vermisst… die Yogaphilosophie… und mir ist klar, das passt nicht in jede Yogastunde, sprengt oft schon den Zeitrahmen. Aber Yoga ist soviel mehr als Asanapraxis, versteht mich nicht falsch, ich LIEBE Asana, aber die Intention dahinter auch. Und so, wenn ein Lehrer mir als Hausaufgabe aufgibt Yogasutra zu lesen, dann mach ich es gerne.

In meiner freien Zeit versuche ich soviel zu lesen wie nur irgendwie moeglich! Das Problem,  man liest nicht einfach nur ein ganzes Buch Yoga Sutra, denn das tue ich sonst mit anderen Lektueren. Mit Yogasutras oder mit der Bhagavad Gita schaffe ich meistens nur 2 Seiten oder 1 Kapitel und wiederhole sie meistens auch ein paar Mal.

Denn die Sutras sind eigentlich Saetze, die Auslegungen dieser Saetze machen aus den Sutras Buechern, und davon gibt es mittlerweile jede Menge! Sie sind sehr hilfreich, und sollen Unterstuetzung sein um zu meiner eigenen Erkenntnis zu kommen.  Laut ihnen sind Buecher auch wieder nur externe Hilfsmittel und zuviel Information auf einmal, laesst den Geist nicht klarer, sondern verwaschen werden. Wir muessen aus all den, von aussen zugefuehrten Informationen, unsere eigene Auslegung & Meinung bilden, eigene Erfahrungen damit sammeln.

Yoga Sutra II. 16,  so und wenn ich euch jetzt eine Uebersetzung der Uebersetzung (ich habe die englische Version zuhause von Swami Satchidananda) hier reinschreibe, dann haben wir, bis das Wort bei euch ankommt das Original schon 2x veraendert. Sehr ihr auf was ich hinaus moechte, jeder schreibt ein bischen anders, jeder interpretiert und was am Ende dabei rauskommt… nicht um zu sagen wahr oder falsch. Sondern alles was ihr lest, formt ein Wissen in euch. Formt ihr nur Wissen aus einer Quelle, erschafft ihr vielleicht eine andere Realitaet zu der, die euer Nachbar hat, der vielleicht aus anderen Quellen gelesen oder gelernt hat. Der vielleicht eine andere Uebersetzung gelesen hat und genau deswegen werden wir in den Sutras angehalten unser Wissen nicht nur auf Buecher zu stuetzen sondern auf Erfahrung und eigenes Wissen.

Das Thema der Sutras Buch II 15-17, sich vom Leid zu loesen.

Eine Uebersetztung von

Patanjali Yoga Sutra 2.15

2.15 परिणाम ताप संस्कार दुःखैः गुणवृत्तिविरोधाच्च दुःखमेव सर्वं विवेकिनः
pariṇāma tāpa saṁskāra duḥkhaiḥ guṇa-vṛtti-virodhācca duḥkham-eva sarvaṁ vivekinaḥ

Weise wissen, dass im Leben durch Wandlung, Sehnsucht, Prägung sowie die Wirkkräfte der Natur die im Widerspruch zu eigenen Wünschen stehen, Leid entsteht“

oder eine andere die ich aus meinem Buch habe

To one of discrimination, everything is painful indeed, due to its consequences, the anxiety and fear over losing what is gained, the resulting impressions left in the mind to create renewed cravings, and the constant conflict among the three gunas, which control the mind.

 

Leid entsteht durch Einfluesse unserer externen Welt, alle Erfahrungen und Erlebnisse werden Leid erzeugen. Leid, da nichts ewig andauert, unsere externe Welt ist vergaenglich, kein Moment der groessten Freude andauernd und so ist nur ein natuerlicher Prozess unseres denkenden Daseins, wieder zurueck zu wollen zu diesem Moment, den Wunsch etwas wiederzuhaben, wiederzuerleben, wieder zu kreiren. Selbst wenn wir einmal in tiefer Freude sind um etwas das wir erreicht haben oder besitzen, selbst dieser Moment ist mit Leid behaftet da sich allzu oft die Angst ausbreitet es verlieren zu koennen.

Erinnert mich nur allzugut an nicht nur die jetztige Situation sondern auch wie die Menschheit gerne an ihrer „Normalitaet“ festhaengt, denn Veraenderung bedeutet, fifty/fifity, die Chance of eine Veraenderung zum guten genauso wie die Chance eine Veraenderung ins gefuehlt schlechte und das riskieren nur die wenigsten. Nur die wenigsten realisieren das, das ganze Leben eine einzige Veraenderung ist, wir im stetigen Wandel sind, diesen Wandel aber meistens nicht bewusst wahrnehmen.

Jetzt heisst es aber nicht das wir uns vor Erlebnissen oder Freuden des Lebens verstecken sollen, nein im Gegenteil, erfreue dich wenn sie auftreten, lass sie nicht vorueberziehen, aber wisse, sie werden vorrueber ziehen! Freue dich auch sie wieder loszulassen. Nichts in dieser Welt ist schlecht, nur die Brille durch die wir sie uns ansehen manchmal klar, manchmal getruebt, manchmal getoent.

Also hilft es auch nicht vor der Welt wegzurennen oder sich zu verstecken, sondern mit dieser Welt koennen wir ueben, wir koennen beginnen zu ueben mit Situationen umzugehen, Schritt fuer Schritt. Zu lernen damit umzugehen ohne das sie uns vereinnahmen, wir wissen das sie uns Leid bringen, Leid in Form von festhalten wollen, Verlustangst, Neid und Verlangen, und wir koennen ueben die Situation losgeloest und unabhaengig von dem Ergebniss zu erleben.

Die Welt ist nicht schlecht, loese dich aus deinen egoistischen Motiven, in denen deine Freude nicht von Karrierewuenschen oder Besitz gepraegt ist,  sondern gib ihr einen anderen Sinn und du wirst Freude erfahren (Zitat).

Ein Bsp. aus den Sutras.  Bevor du schwimmen konntest war das Wasser ein angsteinfloessender Ort, die Angst vor dem Ertrinken gross. Haben wir aber einmal gelernt zu schwimmen, liebst du das Wasser und fuehlst dich wohl.

Die Welt ist genau so, du musst lernen zu schwimmen um die Angst zu verlieren.

Soviel zu meinen ersten Gedanken dazu und meine Erklaerung warum die meisten Menschen ungern etwas veraendern und nur vielzugern festhalten!

So und jetzt gebe ich die Hausaufgabe weiter, schreibt eure Gedanken nieder zum Thema wie Leben Leid bringt und wo wir vielleicht manchmal selber zuviel festhalten. Viel Spass damit!

 

Namaste, Simone

 

 

By | 2020-04-09T14:45:25+00:00 April 8th, 2020|Yoga & Fitness|0 Comments

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